5 Basics für Landschaftsfoto-Einsteiger

Oft packt einem die Lust in den Ferien. Die tolle Abendstimmung im Niemandsland möchte eingefangen werden. Das Ergebnis ist aber frustrierend. Und der Weg zu beeindruckenden Landschaftsaufnahmen scheinbar lang. Deshalb gibts hier für dich einen Artikel der Mut macht, mit dem Auge hinter dem Sucher loszuwandern.

Foto: Trevor Cole

 

Die Ausrüstung und Einstellung

Für mich war es deutlich einfacher, zu fotografieren und die Technik als Bestandteil davon beim Experimentieren zu erlernen. Wer alles wissen will, beginnt nie. Deshalb nur kurz ein paar Hinweise.

Ein gutes Weitwinkel-Objektiv und ergänzend ein Zoom-Objektiv zu besitzen ist nicht verkehrt. Die Kamera ist am Anfang weniger entscheidend. Super, wenn sie nicht zu gross und schwer ist. Ich selbst fotografiere mit einer Sony A7. Starte mit einfacher Ausrüstung! Du wirst schon merken, sobald der Zeitpunkt kommt, um in teures Equipment zu investieren.

Eine ganz einfache Anleitung zur empfohlenen Kameraeinstellung findest du hier. Kurz zusammengefasst sagt sie: Die Aussicht soll scharf sein und die Details in verschiedenen Bildteilen erhalten bleiben. Deshalb empfiehlt sich ein hoher Blendenwert. Die Belichtungszeit richtet sich daran. Ein Stativ zu verwenden kann nicht schaden. So kannst du ohne schlechtes Gewissen länger belichten.

Zum spassigen Teil: Wie entsteht ein spannendes Bild?

 

Eine Frage der Perspektive

Die unerwartete Wendung am Ende deines Lieblingsfilms baut auf einem simplen Prinzip auf. Spannung entsteht, sobald Neugier geweckt wird. Wie kannst du das auf deine Foto-Skills übertragen? Fotografiere aussergewöhnlich! Auf die Perspektive eines Bildes bezogen bedeutet das nichts anderes als: Bewegung. Sobald du dich nämlich auf den Boden legst, oder auf eine Anhöhe kletterst, siehst du dein Motiv nicht mehr aus den Augen des normalen Wandergesellen. Kurz gesagt: Was nicht unseren üblichen Sehgewohnheiten entspricht, wirkt spannend. Das kannst du üben, in dem du ein einfaches Motiv (zum Beispiel einen Zaunpfosten) aus unterschiedlichsten Winkeln fotografierst. Du wirst schnell auf den Geschmack kommen und einige verrückte Dinge tun, um eine spannende Perspektive zu erhalten.

 

Foto: Sebastian Unrau

 

Der Vordergrund machts aus

Ein grosser Berg wirkt erst richtig gross, sobald ein kleiner Mensch ihn besteigt. Um die überwältigenden Dimensionen der Natur zu erfassen, brauchen wir einen Vergleichswert. Deshalb ist die Suche nach einem guten Foto oft auch die Suche nach dem perfekten Vordergrund. Sei es einige Äste eines Baums, deine liebste Wanderkameradin oder ein kleines Boot am Ufer eines Sees: Stelle etwas in den Vordergrund, damit man erkennt, wie gewaltig der Hintergrund ist. Keine Regel ohne Ausnahme. Du findest beim krassesten Instagram-Fotografen in deiner Timeline sicherlich Bilder, die auch ohne Vordergrund überwältigend sind. Oft bieten diese Aufnahmen aber eine besondere Farbstimmung oder die Sonne durchbricht darauf gerade einen Wolkensturm. Bietet dein Motiv aber keine Anhaltspunkte für solches Spektakel, verleiht ein gut gewählter Vordergrund der Szenerie die nötige Tiefe, um spannend zu Wirken.

 

 

Horizont, Himmel und der passende Bildanteil

Egal, welche Landschaftsbilder du gerade geniesst, eines haben sie gemeinsam: Der Himmel ist himmlisch. Fast nie ist dieser auf guten Fotos nämlich blau und leer. Wolkenstrukturen, Nebel, Kondensstreifen und manchmal sogar flatternde Himmelsbewohner schaffen Stimmung. Das beste Wetter ist eben nicht das beste Wetter für Landschaftsfotografen. Trau dich raus, sobald es stürmisch und neblig ist, denn da erlebst du die interessantesten Momente. Wichtig ist ausserdem, dass du dir deinen Horizont absteckst (im letzten Tipp erfährst du dann auch, wieso du darüber hinaus gehen solltest). Ist der Himmel spannend, gib ihm genügend Anteil auf dem Bild. Auch hier machen einige Experimente Sinn: Wie wirkt das selbe Bild mit viel Himmel-Anteil, wie sieht es aus, wenn du die Wolken an den oberen Bildrand drängst? Um eine gute Faustregel für Bildaufteilungen zu lernen, reicht es, wenn du dir den «Goldenen Schnitt» zur Grundlage für erste Landschafts-Fotografie-Versuche machst.

 

If I should describe this day in one sentence I couldn’t. To get this view you normally hike around 24-25 km which is a solid performance. Arrived at the top around 6pm the weather was pretty bad and the chance for sunset was gone in my opinion, so after a long stay and hoping for the best I decided to hike down. A bit disappointed not because of the view which blowed my mind more because of the weather, on my way down suddenly after almost 1 hour of hiking back, Sky started to clear up. What would you do ? go back for sunset or hike down before it’s getting dark ? Not a easy choice on such a big hike and traveling alone. I guess you can all agree with me that I made the right choice. Waiting for sun setting down I met @lmlogan3 and @tarynls and shared this spectacular sunset with them. Always great to make friends on such a beautiful place and definitely worth the 32km at the end of the day.

Ein Beitrag geteilt von Kai Grossmann (@wildlicht) am

 

Die richtige Zeit und der richtige Ort

Zum Abschluss folgt die wichtigste Regel. Sei dort, wo du hin willst und sei genügend lange dort. Lass dich vom Instinkt leiten und geh die wichtigen Kilometer, die es braucht, um zu der überwältigenden Umgebung zu gelangen, die du dir vorstellst. In den Stunden, in denen die Sonne nicht zuoberst am Himmel steht, entstehen magische Lichtstimmungen. Und falls die Sonne gerade nicht nach deinen Regeln spielt, gib ihr Zeit. Manchmal beträgt der Unterschied zwischen einem guten und einem brillanten Bild nur eine halbe Stunde. Die dir nicht verloren geht. Weil du Eines nicht vergessen darfst: Du bist weit draussen, die Luft riecht gut. Durchatmen und die Uhr sich selbst überlassen hat noch nie jemanden Lebenszeit gekostet. Der wahre Schatz der Landschaftsfotografie liegt dann nämlich nicht hinter dem Sucher, sondern genau um dich herum.

Geniess es!

Habe ich etwas vergessen oder hast du einen Beitrag zum Thema? Ich freue mich über eine Mail an simon@printzessin.ch oder einen Kommentar unter dem Blogpost.

PS: Die Fotokarten der Printzessin sind Ideal, wenn du deine Reise- und Landschaftsbilder in die Hand nehmen möchtest. Und ein frischer Druck riecht auch noch gut!

2 Gedanken zu “5 Basics für Landschaftsfoto-Einsteiger

    • Gern geschehen. Übrigens: Vielerorts kannst du Objektive mieten. So kannst du zuerst ausführlich testen, bevor du dich entscheidest. Lieber Gruss, Printz Simon

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