7 Methoden für Kreativität und Ideenreichtum

Es gibt Menschen, die sind aus sich heraus voller Ideen und oft fast nicht zu bremsen. In kreativen Berufen oder bei täglichen Aufgaben wünscht man sich, auch so sein zu können. Viel zu oft bleiben wir auf der Suche nach der durchschlagenden Idee auf halber Strecke liegen – weil uns einfach der Saft ausgeht. Noch schlimmer: Wir trauen uns selbst zu wenig zu. Denn jeder Mensch kann kreativ sein. Printz Simon erklärt die sieben Methoden, die bei ihm die meiste Frucht tragen.

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1. Kopf lüften

Lüftest du dein Zimmer, so öffnest du auf beiden Seiten ein Fenster und lässt die natürliche Sogwirkung ihre Arbeit verrichten. Sobald es darum geht, deinen Hirnschmalz anzuregen und die elektromagnetischen Ströme wieder fliessen zu lassen, solltest du das Gleiche tun. Öffne alle Fenster, lass Sonne und Luft rein, reg die Sinne an. Riechen, Hören und Schmecken helfen dabei genauso wie andere Räume oder Orte. Bei manchen wirkt bereits ein Kaffee in der Mensa Wunder, andere brauchen einen intensiven Spaziergang im Wald. Kopf lüften heisst vor allem, die Gedanken andere Wege gehen zu lassen, fokussiert zu entspannen und den angesammelten Mief in der Hirnrinde durch Frischluft zu ersetzen.

2. Chaos anstiften oder beseitigen

Einfach mal alles durcheinander bringen, Notizen zerreissen, Farben neu mischen und noch einmal beginnen. Wer erinnert sich nicht gerne daran, wie in Schulzeiten die grosse Farbschachtel nach längerem Gebrauch wieder gründlich sortiert wurde? Eine wunderbar kreative Tätigkeit. Unser Gehirn mag das Chaos genauso wie die Ordnung: die Wohnung neu einrichten kann genauso anregend sein, wie mit Wasserfarbe grosse Kleckse auf die Leinwand zu klatschen. In der kreativen Arbeit bedeutet das für mich, Gestaltungselemente für einmal wild durcheinander zu platzieren, sie ohne jegliche Regel neu zu verteilen. Das Gleiche kann man mit Farben, Worten oder Ideen tun. Ganz praktisch wie auch mental: Es hilft gegen Ideenlosigkeit, Chaos anzustiften oder es zu beseitigen.

3. Inspiration suchen und lernen von den Freaks

Du inspirierst mich, ich inspiriere den Nächsten. Und am Ursprung dieses Prinzips stehen die Quellen der Kreativität, die Menschen, die unermüdlich aus sich selbst Grosses zu erschaffen wissen. Ich nenne diese Gattung die «Freaks». Im Gegensatz zu einem Freak sind wir Durchschnittspersonen nicht geniehaft kreativ oder müssen die Ideen in unserem Kopf verwirklichen, weil er sonst zu platzen droht. Falls du so bist, Gratulation! Aber jetzt geh, es gibt Besseres für dich zu tun, als unserer Selbsthilferunde für Ideenlose beizuwohnen. Und an alle andern: Geniesst die Freaks, lasst euch inspirieren! Denn wie es sich für einen richtigen Freak gehört, teilt dein kreatives Vorbild seine Arbeiten. Im iTunes-Store, als schönes Fotobüchlein, auf einer Inspirationsseite oder wie unser genialer Ritter Christoph genau hier. Hol die Freaks zu dir an den Schreibtisch oder ans Telefon. Und lass dich begeistern. Ich rufe dazu auf, die Freaks zu kopieren! Weil nichts inspirierender ist als andere Menschen und ihre Werke. Und weil auch die grössten Meister zuerst kopiert, abgeschrieben und dadurch gelernt haben, bevor sie begannen, selbst zu erschaffen.

4. «Drischiessä»

Das schweizerdeutsche Wort «drischiessä» lässt sich vielleicht übersetzen mit «unüberlegt oder voreilig handeln». Ich sehe die Fähigkeit, einfach «drischiessä»zu können aber eher als positive Eigenschaft, die kühne Menschen besitzen. Wenn man kreativ sein will, hilft es oft, unüberlegt zu handeln, starre Vorgaben über Bord zu werfen und wildes Zeugs auszuprobieren. Zum einen, weil man sich so vielleicht eines Besseren belehrt und zur Ursprungsidee zurückkehrt, diese also bestätigt. Zum andern aber auch, weil es sein kann, dass man beim Ausprobieren auf eine bessere Idee stösst. Ganz praktisch kann das heissen, dass man auch mal die Regler im Grafikprogramm wild verstellt oder das gestaltete Plakat einfach mal auf den Kopf stellt und so ansieht. Unerwartet und überraschend zu handeln ist oft einfacher, als man denkt, und ist der Kreativität in jeder Hinsicht förderlich. Eine einfache Übung dazu: Einfach mal das Gegenteil machen! Die Sätze das Gegenteil aussagen lassen, die Gestaltungselemente in der gegenteiligen Reihenfolge platzieren oder die gegenteiligen Farben verwenden. Kann sein, dass deine Idee dann plötzlich in Kotzgrün gehalten ist, dann weisst du aber auch wieder, wieso du ursprünglich ein wunderbares Rot gewählt hast.

5. Kleine Regeln erschaffen, grosse Regeln brechen

Um trotz allem wilden Ausprobieren eine Linie in deinen Ideen zu erkennen, brauchst du Vorgaben. Zu viele und zu grosse Einschränkungen erweisen sich aber manchmal auch als Hindernis. Bei mir hat sich die Methode bewährt, kleine Regeln zu erstellen, um die grossen ausser Acht lassen zu können. Manchmal schaffen kleine Einschränkungen nämlich kreativen Output. Sagst du dir als Musiker zum Beispiel, dass du deine nächsten fünf Songs ausschliesslich im Freien komponieren möchtest, ist das eine Einschränkung, welche dich kreativ werden lässt. Oder möchtest du als Fotograf für ein paar Tage die Welt nur noch in Graustufen festhalten, so wird dir plötzlich bewusst wie unglaublich weitläufig das Gebiet der Schwarz-Weiss-Fotografie doch ist. Not macht erfinderisch – du musst nur schauen, dass sie nicht zu gross ist. Denn manchmal tut es gut, für deine moderne Gestaltung ohne Gewissensbisse eine altmodische Serifenschrift verwenden zu dürfen. Oder auf dem Betonbalkon Rüebli anzupflanzen. Gegensätze ziehen sich an, und wenn alles geregelt wäre, gäbe es wahrscheinlich keine mehr davon.

6. Aufschreiben, aufnehmen, festhalten

Ich mag Pools. Swimming Pools ebenso wie die Ordner auf dem Mac, vollgestopft mit Ideen, Notizen oder Memos. Wenn du nämlich plötzlich eine grandiose Idee hast, egal wo du bist, halte sie fest. Kann sein, dass sie sich im Moment als nicht wirklich brauchbar erweist. Das Letzte, was du dann tun solltest ist aber, sie zu löschen. Man kann sich nämlich später auch selbst inspirieren. Sich sozusagen sein eigener kleiner Freak sein. Auch sonst ist aufschreiben Gold wert: Eine möglichst grosse Schreibfläche vollkritzeln mit Wörtern, die mir spontan in den Sinn kommen, ist wahrscheinlich die beste Methode für mich, um mein vom Wochenende gepeinigtes Gehirn so richtig in Gang zu bringen.

7. Kreative Methoden zum Kreativsein erfinden

Jetzt bist du gefragt. Wie bist du kreativ? Was lässt dich erfinderisch werden? Probiere aus und lass dich nicht Einschränken. Ist dein Schreibtisch zu klein, nimm Kreide und male die Strasse an. Ist deine Sicht eingeschränkt, steh auf den Zehner in der Badi – und die grandiose Idee kommt, sobald du springst. Findest du einen Pinsel langweilig, brauchst du ’ne Spraydose. Und bist du trotz allem schrecklich stumpfsinnig und ideenlos, hilft wohl nur noch eins: aufhören und es am nächsten Tag nochmals versuchen.

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