Was bedeutet Farbmanagement? Was sind Profile, für was sind 
sie gut und wie wende ich sie richtig an?

Der Aufbau eines Farbmanagements und das Handling mit Profilen sind sehr komplex und nicht so auf die Schnelle mit nur einem Blog-Post erklärt. Ich versuche dir ganz einfach und kompakt die Basics näherzubringen.

Arbeiten mit Farbprofilen in Adobe Photoshop

Vorab ist zu erwähnen, dass sich dieser Blog-Post an Adobe- oder Quarkanwender richtet. Farbmanagement und Arbeiten mit Profilen in Microsoftprogrammen wie Word, Excel, Paint oder Powerpoint ist nicht möglich! Bitte beachte auch, dass wir bei printzessin.ch fertige Daten aus zeitlichen Gründen nicht Bild für Bild kontrollieren und dich nur bei groben Farbverschiebungen informieren!

Farbraum

Ein Bild wird immer aus unterschiedlichen Grundfarben zusammengesetzt. Diese sind meist RGB (Rot, Grün, Blau = «Lichtfarben») oder CMYK (Cyan, Magenta, Gelb, Schwarz = «Druckfarben»). Jeder einzelne Bildpunkt (ein Pixel) in deinem Bild wird durch drei oder vier Zahlen beschrieben – diese Zahlen beschreiben, wie die Farbe deines Pixels aufgebaut ist (siehe Abbildung unten).

Der Farbwähler in Adobe Photoshop zeigt die Zusammensetzung einer Farbe in mehreren unterschiedlichen Farbsystemen.

Das Profil

Dazu kommt die Beschreibung des Farbraums, das Farbprofil. Es beschreibt, wie das Ausgabegerät das Bild wiedergeben soll. Der Grund für die Verwendung dieser Profile liegt darin, dass nicht jedes Gerät denselben Farbraum hat und somit auch nicht dasselbe Profil.

Es gibt drei Arten von Profilen:

1. Eingabeprofil für Scanner, Kameras
2. Verarbeitungsprofile für den Computer (Arbeitsfarbraum)
3. Ausgabeprofile für Drucker, Proofer, Monitore.

Farbmanagement (engl.: Color Management System)

Durch das genaue aufeinander Abstimmen dieser Profile kann die bestmöglichste Farbwiedergabe im Druck erreicht werden. Dieses aufeinander Abstimmen nennt man Farbmanagement. Profile sind das Werkzeug dazu.
Merke: CMS = Arbeiten mit Profilen!

WICHTIG:

Die CMYK-Farbräume (also das, was wir zum Schluss drucken) sind viel kleiner als die RGB-Farbräume (das, was du auf deinem Monitor siehst). Was bedeutet, dass der Druck nie so gut sein kann, wie das, was man auf dem Bildschirm sieht – weil einige Farben (vor allem helle, knallige Farben) mit einer Druckmaschine gar nicht erst wiedergegeben werden können, weil sie im CMYK-Farbraum nicht vorhanden sind! Durch die Verwendung der richtigen Profile kann man jedoch auf das bestmögliche Resultat hin arbeiten und möglichst kleine Farbverschiebungen erzielen.

Bei der Umwandlung deines RGB-Bildes nach CMYK wird also der grosse Farbraum (RGB) gemäss der Beschreibung des ausgewählten Profiles an den kleinen Farbraum (CMYK) angepasst; dies nennt man Farbseparation.
Dazu kommt noch die Berücksichtigung des Verhaltens der Druckfarbe zum Papier (Tonwertzunahme) sowie des Gesamtfarbauftrages (wie viel Farbe übereinander gedruckt werden darf) usw.

Profile anwenden:

Bei printzessin.ch arbeiten wir mit ECI-Standard-Profilen
(Download unter: http://www.eci.org/de/downloads#eci_offset_2009)

gestrichenes Papier:
ISO Coated v2 300%

ungestrichenes Papier:
PSO Uncoated ISO12647 (ECI)

RGB-Arbeitsfarbraum: 

ECI-RGB (dieser RGB-Farbraum entspricht am ehesten dem CMYK-Farbraum, sodass es bei der späteren Umwandlung in CMYK die kleinsten Farbverschiebungen gibt)

Beachten beim Umwandeln:

Wie dir bestimmt schon aufgefallen ist, gibt es im Photoshop mehrere Möglichkeiten ein RGB- in ein CMYK-Bild umzuwandeln:

in Profil umwandeln: (Photoshop: Bearbeiten -> in Profil umwandeln)
Das Farbprofil wird so in das Bild gerechnet = Pixel ändern sich, Darstellung bleibt gleich.

Profil zuweisen: (Photoshop: Bearbeiten -> Profil zuweisen)
Das Farbprofil wird nur «vor das Bild gehalten» (also eine Art Simulation), man sieht zwar Farbunterschiede, die Pixel werden jedoch nicht verändert! = Pixel bleiben gleich, Darstellung ändert sich.

Da bei jedem Bild ein anderer Vorgang gefragt ist und es schon beim Öffnen sehr wichtig ist, was man macht, findest du in diesem PDF eine Tabelle mit der richtigen Vorgehensweise in verschiedenen Fällen.

Viel Spass beim Ausprobieren und Kennenlernen!

Ein Gedanke zu “Was bedeutet Farbmanagement? Was sind Profile, für was sind 
sie gut und wie wende ich sie richtig an?

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