Ködern statt verjagen: Wie Flyer-Texte Anklang finden

Gastbeitrag von Sarah-Maria Graber: Geschwätzig, langatmig und ausladend – kurz: abschreckend kommen sie daher, die vielen Flyer, die uns einen Augenblick wertvoller Achtsamkeit abluchsen wollen. Hier einige Tipps, wie du Flyer formulierst, die den Leser begeistern.

Attraktive Texte für Flyer schreiben

Ziele genau!

Wenn du das Ziel nicht verfehlen möchtest, dann solltest du es GENAU kennen: WAS genau möchtest du mit dem Flyer erreichen? WEN genau möchtest du ansprechen? Erst wenn du diese Fragen GENAU beantworten kannst, findest du die richtigen Worte und den richtigen Stil.

Beiss zu!

Schreibe konkret, verlockend und direkt. Wir reden gerne um den heissen Brei. Stattdessen sollten wir dem Leser den duftenden Brei mundgerecht auf einem Löffel unter die Nase halten, damit er ihn schluckt. Oft getrauen wir uns nicht, unverschämt zu sein. Lasst uns nicht Demut mit Minderwert verwechseln: Schwärme, begeistere, überzeuge! Aber versprich nie, was du nicht halten kannst.

Nimm es persönlich!

Flyer sind für den Leser da. Deshalb solltest du den Leser persönlich und direkt ansprechen – je nach Zielgruppe in der Du- oder der Sie-Form. Auch Fragen funktionieren gut, wenn sie richtig formuliert sind. Achte darauf, dass nur derjenige Leser deine Frage mit Nein beantworten kann, der aus deiner Sicht den Flyer in die Mülltonne werfen darf, also nicht zu deiner Zielgruppe gehört. «Schwingen Sie gerne das Tanzbein?» ist besser als «Schon lange nicht mehr getanzt?».

Sei blitzschnell!

Wenige Sekunden entscheiden darüber, ob ein Flyer im Abfall landet oder gelesen wird. In diesen ersten Sekunden sollte dein Flyer Interesse und Aufmerksamkeit wecken. Diesen Einstieg schaffen schlaue Schlagzeilen, die Argumente und Nutzen liefern, mit denen sich die Zielgruppe identifizieren kann. Nimm dir Zeit, um das beste Argument oder den grössten Nutzen zu finden, und packe das Ergebnis mit Saft und Kraft in einen kurzen Satz.

Sag es ganz einfach!

Einfache Worte sagen mehr als vermeintliche Sprachaffinitäten, deren Verbalkonstruktionskomplexität über den marginalexistenten Inhaltscharakter ihres Silbenmischsalats hinwegzutäuschen versucht. Deshalb solltest du bei einfachen Worten bleiben, mit denen du einfache Sätze schreibst, die hängen bleiben: Je wichtiger die Aussage, desto kürzer der Satz.

Beantworte die W-Fragen!

Letztlich gibt es fünf Fragen, die der Flyer beantworten sollte: Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Wenn der Flyer Antworten zu diesen Fragen in einer knackigen Form ohne grosse Umschweife liefert, hat er gute Chancen. Der Leser sollte am Schluss genau wissen, was er tun soll. Formuliere deshalb eine klare Aufforderung:

– «Weisen Sie diesen Flyer beim nächsten Einkauf vor und Sie erhalten 50% Rabatt.»
– «Jetzt Ticket bestellen unter 031 333 33 33»
– «Kontaktiere mich, wenn du gute Texte brauchst: www.diewortfabrik.ch»

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.